Dies ist ein hartes Wort, wenn man aber die Recherschen der Redakteure Christian Rohde und Jörg Göbel sieht, muss man zu diesem Glauben kommen. Kaum zu glauben und doch wahr. Wie konnte es so weit kommen?

Die Autoren zeigen in ihrem Beitrag, wie in den vergangenen zehn Jahren der politisch gewollte Wettbewerb das solidarische Krankenversicherungssystem zersetzt hat. Die Autoren haben Menschen getroffen, die um notwendige Operationen, unentbehrliche Tabletten oder einen dringend erforderlichen Rollstuhl kämpfen mussten. Es ging so weit, dass es den Anschein hatte, den gesetzlichen Krankenkassen wäre es lieber gewesen, der Mensch wäre ohne Operation in eine Palliativstation untergebracht worden. Ein früher Tod käme allemal billiger als lange Pflege.

Einige gesetzliche Versicherungen haben Spezialabteilungen gegründet, die sich gezielt um Hochnutzer "kümmern". Hochnutzer sind Versicherte die auf Grund ihrer Erkrankung dauerhaft große Kosten verursachen. Diese Kassen wollen erst gar keine chronisch Kranken aufnehmen. Auch arme Menschen sind offenbar nicht willkommen. Die Recherche ergibt: Im Solidarsystem der deutschen Krankenversicherung ist der Mensch vor allem eines: Kostenfaktor. Wer jung und gesund ist, wird umworben. Wer alt und krank ist, stört.

Der Beitrag wurde bei Phönix gesendet am:
Mo, 25.02.13, 18.00 Uhr
Di, 26.02.13, 17.15 Uhr
Mi, 06.03.13, 21.45 Uhr
In dem Beitrag konnte man erfahren, dass gesetzliche Krankenversicherungen auf schriftliche Anfragen nach einer bestimmten Behandlung nur nach längerem Mahnen eine schriftliche Antwort geben. Es wird in der Regel telefoniert, damit man den Sachbearbeiter und die Versicherung nicht auf die Antwort festlegen kann. Da es nicht mehr zu durchschauen ist, ob eine Behandlung zum Leistungsumfang gehört oder eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) ist, muss man vermehrt bei der Krankenkasse nachfragen, ohne wirklich die Gewähr zu haben, eine verbindliche Auskunft zu erhalten.